Neurofibromatose

Neurofibromatose Typ 1 (NF1)

Die Neurofibromatose Typ 1(M. Recklinghausen) ist mit einer Inzidenz von 1 : 3000 – 1 . $000 eine der häufigsten genetischen neurologischen Erkrankungen. Hauptsymptome sind gutartige oder bösartige Tumoren des Nervensystems. Im ersten Lebensjahrzehnt beobachtet man bei den Betroffenen Pigmentanomalien der Haut und Flecken in der Achselhöhle oder in der Leiste. Es kommen auch schwere klinische Erscheinungsformen vor wie Neurofibrome, Neurofibrosarkome und Knochenveränderungen. NF 1 hat 100% Penetranz mit hoher klinischer Variabilität. Die Krankheit wird autosomal-dominant vererbt. Bei 50% der Patienten ist die Familie betroffen, bei 50% ist eine Neumutation die Ursache. Das NF 1-Gen weist eine der höchsten Neumutationsraten im menschlichen Genom auf. Die molekulare Ursache ist ein mutiertes NF 1-Gen. Die Natur der Mutationen beeinflusst stark den klinischen Phänotyp: Bei ca. 5% der Betroffenen ist eine Mikrodeletion des NF 1-Gens die Ursache. Die entsprechende Patientengruppe zeigt eine sehr schwere Symptomatik. Demgegenüber gibt es eine Reihe pathogenen Mutationen, die nicht den klassischen schweren Phänotyp der NF 1 zeigen. NF 1 ist ein Tumorsuppressorgen. Kombiniert man die Sequenzanalyse mit der Deletions/Duplikationsanalyse, so findet man bei 95% der betroffenen Patienten die ursächliche Mutation.

Genetik

Häufigkeit 1 . 3000 – 1 : 4000
Erbgang: autosomal-dominant
Penetranz: 100%
Expressivität. variabel
50% Viele Patienten (10%)tragen die pathogene Mutation als Mosaik

Indikation

positive Familiengeschichte
Verdacht auf NF 1.

Analytik

Sequenzierung des NF 1-Gens und Deletions/Duplikations-Analyse mit MLPA