Mukoviszidose

Hintergrund

Die Mukoviszidose (CF von Cystic Finbrosis) ist eine schwere erbliche Krankheit mit sehr hoher Inzidenz in der weißen Bevölkerung. Bei Menschen, die auf beiden elterlichen Chromosomen eine pathogene Mutation im Verursachergen haben,  ist die Zusammensetzung der Sekrete allerexokriner Drüsen durch eine Fehlfunktion der Chloridkanäle verändert. Letztlich dadurch bedingt kommt es in einer Reihe von Organen zu Funktionsstörungen. Das für die Krankheit verantwortliche CFTR-Gen liegt auf dem langen Arm des Chromosom 7 (7q31 2) Es kodiert für das Protein „ Cystic Fibrosis Transmembrane Conductance Regulator“. Das Protein fungiert in der Zellmembran als Chloridkanal. Inzwischen kennt man über 1000 verschiedene Mutationen im CFTR-Gen. Deren Häufigkeiten sind oft stark von der Population abhängig. 70% aller Patienten tragen die Mutation delta F508. Die meisten CF-Patienten sind gemischt heterozygot; das heißt, sie tragen auf beiden Chromosomen verschiedene Mutationen des CFTR-Gens. Auch die Ausprägung der Krankheit ist sehr stark von der Art der Mutationen abhangig. Der zähflüssige Schleim in den Bronchien Betroffener führt schnell zu chronischem Husten, Bronchiektasien, Lungeninfekten bzw. schweren Lungenentzündungen. Der Schleim ist ein guter Nährboden für einige Krankheitserreger, insbesondere Pseudomonas aeruginosa. Als Folge der häufigen Lungeninfekte stellt sich früh eine Lungeninsuffizienz ein mit chronischem Sauerstoffmangel und Atemnot. Bei Kindern kommt es zu Gedeihstörungen. 10% der betroffenen Säuglinge haben einen Mekonium Ileus, einer sehr schweren, durch den zähen Stuhl hervorgerufenen Funktionsstörung des Darms. Ähnliche Symptome finden sich auch bei 20% der betroffenen Erwachsenen. Die Bauchspeicheldrüse ist ebenfalls betroffen: 2% der
Kinder und nahezu 50% der Erwachsenen haben Diabetes Mellitus. Die ebenfalls
betroffenen Sekrete der Geschlechtsorgane führen beim Mann zu einer Funktionsstörung der
Samenleiter mit sich daraus ergebender Infertilität. Selbst manche nur heterozygot vorliegende Mutationen können beim Mann zu verminderter Fruchtbarkeit führen.

Genetik

Autosomal-rezessiver Erbgang. Häufigkeit: 1: 2000

Indikation

Heterozygotentest in betroffenen Familien – Familienplanung
Bestätigung positiver Tests im Neugeborenen-Screening
Pränataldiagnose
Verminderte Fertilität
Individualisierung der Behandlungsoptionen.

Analytik

Wir sequenzieren das komplette CFTR-Gen per NGS.