Alpha-l-Antitrypsinmangel

Hintergrund

Der erbliche Alpha-1-Antitrypsinmangel ist in der weißen Bevölkerung eine sehr
häufige erbliche Erkrankung. Pathogene Mutationen im Alpha-1-Antitrypsingen im homozygoten Zustand oder der gemischten Heterozygotie führen zu einem mehr oder minder ausgeprägten Proteaseinhibitormangel, was eine ungehemmte Proteolyse z.B. vom Lungengewebe zur Folge haben kann. Bestimmte Genotypen verursachen – oft im Zusammenwirken mit Umwelteinflüssen – Lungenemphyseme oder eine Leberzirrhose. Der erbliche Alpha-1-Antitrypsinmangel wird oft nicht als solcher erkannt.

Das Alpha-1-Antitrypsingen liegt auf 14q32.1. Die beiden in Europa häufigsten
Mutationen sind Z(342) und S (264). Es gibt noch zahlreiche weitere Varianten,
klinisch relevant ist nur noch die 0-Form, die im homozygoten Zustand definitiv eine
Leberzirrhose zur Folge hat. Es existiert in Europa ein starkes Nord-Süd-Gefälle bezüglich dieser Mutationen: In Nordeuropa dominiert die Z-Mutation gegenüber S, in Südeuropa ist es umgekehrt. Homozygoten der in Mittel-und Nordeuropa sehr häufigen Z-Mutation haben ein stark erhöhtes Risiko für ein Lungenemphysem und ein erhöhtes Risiko für
Leberzirrhose. Bei vielen Patienten findet sich eine chronisch-aktive
Hepatitis – oft schon im Kindesalter. Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung
tritt meist erst im 3. Lebensjahrzehnt auf. Das Alpha-1-Antitrypsin ist ein Akute-
Phase-Protein. Es hemmt die Proteinasen Trypsin und die Neutrophile Elastase. Die
pathogenen Mutationen bewirken eine gestörte Sekretion und fehlerhafte Funktion.
Ungehemmte Elastase zerstört das Lungengerüst.

Genetik

Autosomal-rezessive Vererbung. Häufigkeit: 1:2000 – 1:5000

Indikationen

Absicherung der klinischen/klinisch-chemischen Diagnose
Pränataldiagnose
Heterozygotentest bei belasteten Familien

Analytik
Wir untersuchen per DNA-Sequenzierung alle klinisch relevanten Mutationen.